Trotz Ergonomie am Arbeitsplatz – Menschen im kränker

Als ich heute einen Artikel auf DiCreWo zum Thema Bürostuhl verfasst habe, fiel mir auf, dass wir zwar viel für eine gute Ergonomie am Arbeitsplatz tun, dennoch aber die Menschen im Büro immer kränker werden. Doch womit hängt das zusammen?

 

40 Millionen Krankheitstage pro Jahr durch Rückenprobleme

 

Es ist festzustellen, dass Rückenschmerzen die Volkskrankheit Nummer Eins sind. Laut Gesundheitsreport 2014 der Techniker Krankenkasse verursachen Rückenbeschwerden allein in Deutschland rund 40 Millionen Krankheitstage pro Jahr. Und die Tendenz ist ganz klar zunehmend. Statistisch gesehen war jede zwölfte Erwerbsperson im Jahr 2013 wegen Rückenleiden krankgeschrieben. Im Schnitt dauerte dann die Krankmeldung 17,5 Tage. Eine Frage die sich mir stellt ist, warum nehmen die Rückenbeschwerden zu, wenn körperliche Arbeit durch immer mehr Büroarbeit substituiert wird? Eine Erklärung dazu ist sicherlich, dass wir uns in den letzten Jahren oder Jahrzehnten mehr damit beschäftigt haben, unsere körperlichen Belastungen stets zu reduzieren. Und das tun wir auch in dem wir ständig Aufzug fahren anstelle die Treppe zu nutzen. Ebenso ist es doch viel angenehmer sich mit der Rolltreppe fortzubewegen anstatt die eigenen Beine zu nutzen. Weiterhin wollen wir alles von einem Platz aus steuern und am besten so wenig wie möglich vom Büroarbeitsplatz aufstehen. Also ist die fehlende Bewegung sicherlich ein entscheidender Faktor, wenn es um die Rückenbeschwerden geht. Nicht zu vergessen ist hier auch der Faktor Stress zu erwähnen. Stressforscher sehen in der permanenten mentalen Überbelastung bei gleichzeitiger körperlicher Unterforderung eine ebenso wesentliche Ursache für die Rückenbeschwerden. Ich bin zwar kein Arzt, aber ich versuche es mal zu erklären was bei Stress in unserem Körper passiert: Sobald wir Stress haben, schüttet der Körper Hormone und sogenannte Neurotransmitter aus. Diese führen in unserem Körper dazu, dass wir sozusagen unter „Spannung“ stehen. Wird nun diese Spannung nicht in Form von Bewegung umgesetzt, dann haben wir eine zu niedrige Stoffwechselrate. Die Folge daraus sind Verspannungen am ganzen Körper. Man kann also sagen, dass Bewegung eigentlich eine natürliche Reaktion des Menschen zur Stressbewältigung ist. Doch was kann ich nun selber aktiv tun, damit ich hoffentlich nicht auch irgendwann zu den Patienten mit „Rücken“ gehöre?

Ich denke ich schreibe hier nichts Neues auf, aber es ist sicherlich wichtig, es auch immer wieder neu ins Gedächtnis zu holen, damit wir aktiv auch zur Gesundheit unseres Körpers beitragen:

  • Versuchen Sie auch einmal ein Meeting im Stehen abzuhalten. Hier lockern Stehtische in einem Besprechungsraum die Stimmung auf
  • Nehmen Sie die Treppe anstelle des Aufzugs
  • Nutzen Sie einen Bürostuhl der richtig auf Sie eingestellt ist und stellen Sie diesen an der Rückenlehne nicht fest
  • Gehen Sie auf dem Weg zu Besprechung nicht immer den kürzesten Weg, sondern gehen Sie auch einmal ein paar Schritte mehr oder einen längeren Weg
  • Gemeinschaftsdrucker an einer zentralen Stelle fördern die Bewegung jedes Einzelnen
  • Versuchen Sie am Schreibtisch oder im Meeting immer in Bewegung zu sein und sitzen Sie nie lange still

 

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